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Elster-Restaurierung (Teil 2)

Aufwand ohne Ende
Nach der fachgerechten Überholung der Tragflächen widmen wir uns im zweiten Teil dem Rumpf. Ebenfalls vollständig aus Holz aufgebaut, könnten hier noch zahlreiche Mängel im Verborgenen schlummern. In der Tat hielt D-ELKY denn auch einige Überraschungen bereit, die in Arbeit ausarteten.
Während die beiden Tragflächen – zunächst mal in der Grundfarbe Weiß lackiert – schon frisch restauriert nun friedlich im Hangar schlummern, gehen wir in der Luftfahrtwerft von Hartmut Sammet im schwäbischen Heubach an die nächste große Baustelle, den Rumpf. Wie bereits beim Flügel kommt auch hier zunächst großflächig Abbeizpaste zum Einsatz. Glücklicherweise lässt sich die alte Farbe zu zweit binnen dreier Arbeitstage relativ zügig entfernen. Weitaus zeitintensiver gerät indes die Befreiung der Motor-Cowling von altem Firnis. Wie sich herausstellt, wurde hier über fast fünf Jahrzehnte immer nur drüber lackiert, und sage und schreibe zehn Schichten Lack lassen sich nachweisen. Zu allem Überfluss beinhaltet der Gelcoat der aus GFK gefertigten Teile zahlreiche Lufteinschlüsse, die dann beim Schleifen nach und nach aufbrechen. Ein typisches Merkmal für Glasfaser-Bauteile aus der Frühphase dieser Kunststofftechnik. Insgesamt fließen rund 100 Stunden in die perfekte Vorbereitung der Glasfaserteile zum erneuten Lackieren – inklusive der zeitraubenden Reparatur zahlreicher kleiner Risse im Laminat.

Deutlich freundlicher begegnet uns der Rest der Rumpf-Zelle. Im Rahmen einer Grundüberholung im Jahre 1980 wurde er vollständig mit einer Lage Epoxyd-Laminat überzogen und wurde so zuverlässig vor Feuchtigkeitsschäden bewahrt. Lediglich achtern, unter dem Metallträger für den Sporn und die Schleppkupplung kommt Modriges zum Vorschein. Über den Höhenruderausschnitt in der Seitenflosse eingedrungenes Wasser hat den angeleimten Holzklotz des Trägers völlig aufgeweicht. Aus Hartholz lassen wir deshalb anhand des alten Teils Ersatz fräsen. Außerdem schäftet die Sammet-Crew ein Stück am unteren Ende des Seitenflossen-Holms sowie am unteren Rumpfgurt ein. Beiden hatte die Feuchtigkeit ebenfalls deutlichen Schaden zugefügt.
Detailansicht Detailansicht Detailansicht
Eine defekte Verleimung zeigt sich indes im Bereich des Brandspantes. Auch hier haben Feuchtigkeit sowie die Motorabwärme zu einem – wenn auch geringen – Schaden geführt, der mit dem Einschäften von Sperrholz und Verklebung mit Epoxydharz behoben wird. Davon abgesehen präsentiert sich der Elster-Rumpf aber in „good shape“. Reichliche Arbeit von rund 40 Stunden erfordert schließlich noch die Demontage von Motor, Tanks, Avionik, der gesamten Steuerungsmimik sowie dem Fahrwerk, bevor der Korpus geschliffen, die reparierten Stellen wieder eingeglast und das Ganze anschließend gefüllert werden kann.

Nicht zu vergessen die Kabine und der dahinter liegende Gepäckraum. Auch hier werden die alten Farbschichten – unter Schwarz kommt erst Grün und dann Grau zum Vorschein – mit Abbeizer abgetragen, und anschließend wird bis in den hintersten Winkel geschliffen. Klar, dass dazu vorher noch die mit zahlreichen Holzschrauben befestigte und zusätzlich verklebte Kabinenhaube entfernt wird. Ein Glücksfall, dass sie die Jahrzehnte ohne jegliche Risse und UV-bedingte Versprödungen überstand, denn Ersatzteile wie diese gibt es für die Elster kaum mehr, und die Neufertigung würde mit geschätzten 3000 Euro zu Buche schlagen. Wenn’s denn reicht.

Während der Rumpf nun innen wie außen sein neues Lackkleid erhält, stehen parallel dazu jede Menge Arbeiten im Bereich der Anbauteile und des Interieurs an. Wie sich beim Ausbau des Triebwerks zudem herausstellte, ist einer der beiden Auspuffkrümmer irreparabel gerissen.